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Versteckte Kosten bei DSL

Das der DSL-Markt hart umkämpft ist, ist nichts neues, das aber vor allem Kunden unter der harten Preispolitik darunter leiden müssen, ist ein Zustand der nicht geduldet werde kann. Auf den ersten Blick kann es für einen potentiellen DSL-Neukunden nicht besser aussehen. Die DSL-Anbieter unterbieten sich täglich mit den Preisen für DSL. Während ahnungslose sofort Zugreifen, fragen sich kritischer Kunden, wie bei der Preispolitik, die DSL-Anbieter überhaupt noch Gewinne einfahren. Dies ist eine berechtigte Frage. So möchte dieser Artikel ein wenig Transparenz in die doch sehr verworrenen Tarifen der DSL-Anbieter bringen.

Klar ist, irgendwie muss das Geld für die DSL-Anbieter wieder reinkommen. Wie das geht, da sind die DSL-Anbieter sehr einfallsreich. Beginnen tut das ganze im Kleingedruckten. Die Anbieter von DSL-Anschlüssen, geben sich hier sehr viel Mühe, dass ein potenzieller Kunde, die versteckten Vertragsklauseln möglichst nur mit einer Lupe entziffern kann. Vor allem Angebote, mit drei bzw. vier kleinen Sternchen, sollten von einem potenziellen Käufer genau gecheckt werden. Richtig übel kann es werden, wenn Anbieter, die Leistungsbeschreibungen der einzelnen DSL-Tarife, mitsamt Preislisten und Datenschutzhinweisen und besonderen Bedingungen in einem Dokument zusammenfasst. So können schnell über 16 Seiten zusammenkommen, eine Analyse fehlt dann selbst DSL-Profis schwer und ist verdammt mühsam.
Doch was steht denn immer in dem Kleingedruckten, und wie kommt nun das Geld wieder tatsächlich rein? Wir decken in diesem DSL-Artikel die häufigsten verwendeten Methoden zum Einfahren der Gewinne der DSL-Anbieter auf.

Kostenlose Hardware

Kostete die DSL-Hardware am Anfang der Ära DSL noch extra, kamen die Anbieter schnell darauf, das sich das DSL besser verkaufen lässt, wenn die Hardware gleich inklusive dabei ist. Heutzutage kann man bei einigen Anbietern, sogar schon für einen Tarifwechsel, einen neuen Router bzw. ein neues Modem erhalten. Bei Einzel Preise von weit über 50 €, manchmal auch an die 100 €, fragt man sich, wie die DSL Anbieter, diesen Verlust wieder wettmachen können.

Klar ist, dass durch die DSL-Hardware Verluste auf jeden Fall gemacht werden. Darum geht es diese Verluste so gut wie möglich zu verringern. Durch eine größere Bestellmenge der Hardware, wird schon dort einiges Geld gespart, sodass man den Preis nicht mit dem tatsächlichen Kaufpreis für eine Privatperson rechnen darf. Weiter holen sich die DSL-Anbieter, ein bisschen Geld von den Kunden wieder im Forme von Versandkosten zurück. Diese Versandkosten, in Höhe von etwa 10 €, sind dann besonders gut versteckt. Die Anbieter gehen einfach davon aus, das die Käufer so glücklich über die „kostenlose DSL-Hardware“ sind, das sie die „Versandkosten“, ohne zu murren bezahlen.

Teure Hotlines

Das man mit einem Telefon Service richtig viel Geld verdienen kann, haben nicht nur die DSL-Anbieter erkannt. Kostenlose Service Hotlines findet man vergeblich. Realität sind 12 Cent pro Minute, bei überfüllten Hotlines, kann schnell ein hübsches Sümmchen entstehen. Mit noch mehr Kosten muss man Rechnen, wenn das Festnetz wegen einer Störung ausgefallen ist. Bis zu 70 Cent pro Minute, verlangen manche Anbieter für Anrufer aus dem Mobilfunknetz. Dabei sind diese Preise noch bezahlen. Manche Anbieter erdreisten sich, noch mehr von den Kunden zu verlangen. So arbeiten manche Anbieter mit 0900-Rufnummern, die einen Anrufer 1 Euro und mehr pro Minuten kosten können. Auch wenn Anbieter mit der Begründung abwinken, das berechtigte Reklamationen nicht die 0900-Kosten zahlen müssen, werden sich die wenigsten beschweren, wenn dann doch die Kosten auf der nächsten Rechnung stehen.

Da sich die Hotlines wohl so dermaßen rentieren, steigt der Minutenpreis bei den meisten Telefongesellschaften zum Januar 2007 auf 14 Cent.

Lange Vertragslaufzeiten

Wie schon erwähnt ist der Kampf um DSL-Kunden hart. Umso wichtiger ist deshalb, die Kunden die einen DSL-Vertrag unterschreiben, so lange wie möglich zu halten. Vertragslaufzeiten von bis zu zwei Jahren sind in diesem Geschäftsfeld keine Seltenheit. Nur ein geringer Teil der DSL-Anbieter verzichten auf Mindestvertragszeiten. Darunter sind Anbieter wie Hansenet oder Lidl.

Schmerzlich zu spüren, bekommen dann die Kunden die langen Mindestvertragszeiten, wenn sie die Vertrag aus irgendeinem Grund, kündigen möchten. So muss man bei manchen Anbietern, gar eine Schadensersatz von weit über 100 Euro zahlen, wenn der Vertrag vorzeitigt beendet wird. Bei anderen Anbietern, kommt man erst gar nicht aus dem Vertrag raus, und muss bis zum bitteren Ende bezahlen, selbst wenn man den DSL-Anschluss gar nicht mehr nutzt.

Beim umziehen kommt man aus den Vertrag nur raus, wenn in der neuen Wohnung oder im neuen Haus, kein Anschluss des bisherigen Anbieter möglich ist. Gibt es schon DSL im neuen Haushalt, aber von einem anderen Anbieter, muss weiter parallel auch für den alten Anschluss gezahlt werden. So nutzt man zwar nur einen Anschluss, zahlt aber für zwei.



Hinzu kommt, hat sich ein Kunde erst einmal für einen Tarif entschieden, kümmert er sich nicht mehr um neue Angebote. So senkt nur ein geringer Teil von Anbietern, automatisch bei Altkunden den Preis, wenn dieser für Neukunden gesenkt worden ist. Fragt man dann beim Anbieter nach, wird man doch schließlich auch in den günstigeren Tarif gestuft. Die Anbieter verlassen sich einfach auf die Selbstinitiative der Kunden, die in 80% der Fälle nicht vorhanden ist. Auch so lässt sich wieder ein wenig mehr Geld reinholen, was man bei Neukunden verliert.

Ist dann die lange Vertragslaufzeit zu Ende muss man schnell sein. Viele Verträge verlängern sich automatisch um eine bestimmte Zeit, manchmal gar bis zu einem Jahr. Auch hier wieder werden um jeden Kunden hart gekämpft, kein Anbieter will den Kunden an einen Konkurrenten verlieren.

Teure Zugaben

Um den DSL-Tarif den Kunden schmackhaft zu machen, werden neben tiefen Preisen und „kostenlosen“ DSL-Hardware auch allerlei Extras angepriesen. So gibt es Programme, wie Viren und Spyware-Scanner, Erweiterungen, wie erweiterten Speicherplatz für Emails und Websites, immer wieder von den DSL-Providern „kostenlose“ hinzu. Kostenlos sind diese „Extras“ auch definitiv, leider aber nur einen bestimmten Zeitraum (meistens etwa 3 Monate), dies ist, wenn überrascht es, im Kleingedruckten zu entnehmen. Auf Leute, die hier nicht aufpassen, können weitere Zusatzkosten am Jahresende zukommen.

Weniger als versprochen

Zur heutigen Zeit, kauft man als DSL-Neukunde, oft mals die Katze im Sack. Eingebürgert, haben sich die Wort „bis zu“, die ein Glücksspiel daraus machen, was für eine Geschwindigkeit man nun erhält. So zahl man bei 1und1 beispielsweise für bis zu< 16 Mbit bei 3DSL, bekommt aber tatsächlich nur das was Physikalisch Möglich ist. Sitzt man nun in einem Loch, bei dem lediglich 2MBit möglich sind, zahlt man für 14 MBit umsonst. Wichtig ist deshalb, dass man schon vor dem Abschließen des DSL-Vertrages sich informiert, welche Übertragungsgeschwindigkeit möglich sei.

Fazit

Als potenzieller DSL-Neukunde darf man nicht blauäugig, in die ganze Sache starten. Potenzielle Ja-Sager haben schnell ein Problem, wenn am Jahresende die Rechnung in Haus fliegt. Doch auch Kunden, die weitaus vorsichtiger an die Sache rangehen, können schnell ihr böse Überrauschung erleben. Dann kommt hinzu, dass man erst einmal eine Zeitlang an den Provider gebunden ist, komme was wolle. Umso wichtiger ist es sich zu Informieren. Am besten Unabhängig von angestellten des zukünftigen Providers, da diese auch nur ihr Produkt verkaufen wollen, und es mit der Wahrheit nicht immer ganz genau nehmen. Gute Informationsquellen sind das Internet (unter anderem unsere Seite: www.dsl-basis.de, oder auch unabhängige Computer-Zeitschriften. Immer anbieten tut sich ein neutraler Dritter, der sich mit dem Geschäft ein wenig Auskennt, ob das ein Verwanter, Bekannter, Nachbar oder sonst wer ist.
Schauen Sie lieber zweimal über den Vertrag, als einmal zu wenig. Ihre Geldbörse wird sich bei Ihnen bedanken.



Quelle:
c’t Ausgabe 26 Artikel: “Verloren im Tarifdickicht